Gewalt und Chaos in Liga 2? Die Medienhetze geht weiter.

Ultras Frankfurt in Karlsruhe

Orange in Karlsruhe © unsere-bundesliga.de

Die nächste Runde ist eröffnet. Nachdem die Bild-Zeitung, ganz wie es ihre selbstdefinierte Aufgabe ist, prophezeit hat, dass die chaotischen Fans mancher Zweitligaclubs dem Abendland ein Ende bereiten könnten und C-Politiker (um es mit deren Einordnung mal zu halten wie mit den Prominenten) Alkoholverbote im Stadion oder gar Beförderungsverbote für gewaltbereite Fans gefordert haben, springt nun die Provinzpresse auf den Fans-/Ultras-/Fußballfreunde-Bashing-Zug auf. Eine Karlsruher Onlinezeitung, die ihr Geld großteils mit Anzeigen verdient und dementsprechend vermutlich boulevardeske Texte benötigt, damit die Leser auch klicken, greift die Forderung nach einem Alkoholverbot im Stadion auf. Dann die überraschende Wendung: Statt dem Alkoholverbot im fordert ein Sozialarbeiter – klar – Sozialarbeit vor dem Stadion. Natürlich.

Schuld sind immer die gleichen

Der Grund für die mögliche Gefahr wird seitens der Zeitung auch gleich mitgeliefert: Die Absteiger Eintracht Frankfurt und FC St. Pauli sowie die Aufsteiger Dynamo Dresden, Eintracht Braunschweig und Hansa Rostock. Und der Beweis für die Ernsthaftigkeit: Der Angriff von Dynamo vor sechs Jahren, als die Leuchtspur aus dem Gästeblock (bekloppterweise!) in den Karlsruher Block gefeuert wurde.

Hooligans wollen Stadien sprengen

Ein weiteres Provinzblättchen mit Sitz in Freiburg bescheinigt der zweiten Liga ein “Hooligan-Problem” und fragt, ob das Unterhaus zu Chaos-Liga werde. Klar. Schlimmer noch. Wie eintrachtpower.de in Erfahrung bringen konnte, wollen Fangruppierungen in der kommenden Saison erstmals gezielt ganze Spieltage verhindern, indem gleichzeitig Stadien gesprengt werden. So soll zudem ein Zeichen gegen die Kommerzialisierung des Fußballs gesetzt und der Eventcharakter bekämpft werden.  Weiterhin ist in dem Artikel, den die Zeitung einfacherweise von einer Agentur eingekauft hat zu lesen, dass der “Sittenverfall in der Fußball-Fanszene kaum in den Griff zu bekommen” sei. Weiterhin heißt es:

“Seit 1992 beobachtet die ZIS bundesweit Fußball-Gewalttäter und hat in diesem Zeitraum einen Anstieg der gewaltbereiten und gewaltsuchenden Fans von zehn Prozent registriert. Die GdP zählte in der Saison 2009/10 der ersten und zweiten Liga 219 verletzte Polizisten, in der Saison 2005/06 waren es nur 58. In der bevorstehenden Spielzeit drohen bei mindestens 17 Begegnungen Krawalle.”

Medienhetze ironisch kontern

Mag alles sein, mag nicht sein. Mit Aktionen wie dem Platzsturm gegen Köln – bei dem am Ende nichts passiert ist bis auf den Fakt, dass eine 600.00 Euro teure Spezialkamera so schnell fällt sie sie langsam aufzeichnet) haben wir uns selbst keinen Gefallen getan. Und Gewalt gehört natürlich weder in noch vor die Kurve, und die Haltung der Autoren zu schöner Pyro wurde hier im Blog bereits ausgiebig dargestellt. Die kommende Zweitligasaison jedoch bereits im Vorfeld derart niederzuschreiben und bestimmte Gruppierungen pauschal ans Kreuz zu nageln, ist einfach nur billig – ganz egal, ob damit Beteiligte und Gesellschaft für durchaus in anderem Maße vorhande Probleme sensibilisiert werden sollen. Die mediale Hetze schreit jedenfalls nach entsprechenden ironisch/sarkastischen Kontern.

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5 comments

  1. jupp, recht haste. da können wir echt gespannt sein. um die paar bekloppten in der kurve müsste der rest inkl großteil der uf sich mal kümmern

  2. Na das hat ja lange gehalten. Wie bescheuert kann man eigentlich sein, noch vor dem Spiel gegen Pauli, mit Teilausschluß der Zuschauer, sich in Bern bei einem Testspiel zu prügeln und Steine zu werfen?

Und was sagst du dazu?