Nike ist neuer Ausrüster der Frankfurter Eintracht.

Danke für Nichts, Nike

Den Adler auf der Brust – und daneben? Elf Jahre lang trugen die Frankfurter die vier Buchstaben von Jako, ab der kommenden Saison das Logo von Nike. Während Bruchhagen sich davon eine gewinnbringende Kooperation verspricht, könnten die Fans die Verlierer sein.

Drei Millionen Euro soll der Vertrag mit Nike der Eintracht jedes Jahr bescheren. Für die Frankfurter eine klare Steigerung: Wie der Hessische Rundfunk weiß, zahlte Nikes Vorgänger Jako nur rund eine Million Euro. Der Vorstandsvorsitzende der Eintracht, Heribert Bruchhagen, hofft deshalb zu Recht “auf eine langfristige und für alle Seiten gewinnbringende Kooperation”. Auch für die Fans. “Entscheidend ist es, wie diese Trikots den Fans gefallen”, sagt Bruchhagen bei Eintracht TV.

Das lässt sich jetzt noch nicht sagen. Erst wenn am 10. Juli der offizielle Verkauf startet, werden die Verkaufszahlen zeigen, wie die neue Spielkleidung bei den Fans ankommt. Doch erste Kommentare auf unserer Facebook-Seite legen nahe: Die Verlierer des Nike-Vertrages könnten die Fans sein.

Die neuen Trikots gibt es im Video von Eintracht-TV zu sehen.

Das hat mehrere Gründe. Ein offensichtlicher: der Preis. 85 Euro kostet das neue Trikot in Erwachsenengrößen, 70 Euro in Kindergrößen – noch ohne Spielernamen und Rückennummer, versteht sich. Bei einem Weltkonzern wie Nike mag das Standard sein. Doch es stellt sich auch die Frage, wie viel der Eintracht-Fan dabei für den Markennamen zahlen muss. Eine um Welten bessere Qualität als Jako liefern die US-Amerikaner mit Sicherheit nicht. 15 Euro mehr verlangen sie trotzdem.

Eine weitere Frage, die sich beim Anblick der neuen Trikots stellt: Wie wichtig ist dem Weltkonzern die Eintracht? Sehr, sagt Nike. “Wir freuen uns sehr auf die starke und langfristige Partnerschaft, mit der wir unsere Präsenz als führende Marke im Profifußball weiter ausbauen werden”, zitiert eintracht.de Daniel Eppler, den General Manager von Nike Österreich, Deutschland und Schweiz. Nicht so sehr, verrät dagegen das Design der neuen Heim- und Auswärtsjerseys. Sie ähneln stark bereits Bekanntem von Jako. Ein solides, erfolgsbewährtes Design, könnte man nun einwerfen. Man könnte aber auch sagen: Ein liebloser Abklatsch vergangener Jahre, der weder individuelle Details noch sonst etwas Besonderes bereithält. Oder kurz: Danke für nichts, Nike.

Die Eintracht ist eine Mannschaft von vielen

Denn, so viel Ehrlichkeit muss sein: Für Nike ist die Eintracht eine von vielen Mannschaften, die das Unternehmen ausrüstet. Für Jako war die Eintracht eine der wichtigsten Mannschaften überhaupt. Es darf angenommen werden, dass die SGE bei Jako einen anderen Stellenwert hatte, als sie es nun bei den US-Amerikanern hat. Das heißt zwar noch nicht, dass die Eintracht nun jedes Jahr Standard-Ware von Nike geliefert bekommt. Das aktuelle Design legt diesen Verdacht jedoch nahe. Ausgefallene Ware, wie das “Gerippte” aus der letzten Saison, gibt es in den nächsten fünf Jahren womöglich kaum.

Die Reaktionen unserer Facebook-Fans sind jedenfalls gespalten – wobei die Kritik eindeutig überwiegt. “gefallen ja. aber der preis is ja wohl mal der hammer”, ist da noch diplomatisch ausgedrückt. “Was ne hässliche Scheisse!”, “85€…net ganz dicht!” oder “Der Preis ist ne Frechheit!!!”, schon deutlicher. Manche können es auch mit Humor sehen: “No Design ist auch Design”, oder: “Da hat sich Nike aber mal richtig Mühe gemacht!” Und einige freuen sich sogar: “Jetzt kommt mal etwas Qualität rein und schon wird gemeckert”, beklagt sich ein Fan.

Bild: Jorge Bueno

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