Die Al Quaida des Fußballs: Zweiter Liga droht Saison der Gewalt, Alkoholverbot gefordert

Böse. Gefährlich. Unberechenbar. Uns Anhängern von Eintracht Frankfurt eilt unser Ruf längst voraus. Wir machen keine Gefangenen, wir brennen alles nieder. Gegnerische Spieler, gegnerische Stadien, ja ganze Städte. Und wenn der Bub rechts neben uns im Stadion mal keine 90 Minuten durchsingen will, kriegt auch der Ärger. Der Fußball an sich ist uns egal, wir wollen Chaos. Und das möglichst chaotisch. Dieses Bild zeichnet jedenfalls die hiesige Medienlandschaft von uns.

Und nun: Durchgangsstation Zweite Liga. Wir treffen auf Dresden, Cottbus, Rostock. Das Schlachtfest beim FCK in der vergangenen Saison? Im Vergleich nur Peanuts. Die Bildzeitung prophezeit bereits Risikospiele an jedem Spieltag und ruft zum Stopp der Chaoten auf (warum kommen in dem Artikel St.Pauli und Braunschweig vor?). Unser hessischer Innenminister Dennis Rhein nutzt diese Vorlage, seinen Namen mal in den Medien zu sehen und außerhalb des eigenen Ministeriums bekannt zu machen und fordert gar ein Alkoholverbot in Fußballstadien, sogar in Bussen, S- und U-Bahnen. Für besonders gefährlich hält er die Ultras. ‘Die Ultras kultivieren einen Männlichkeitskult, pflegen eine ausgeprägte Homophobie, verherrlichen Gewalt und lieben die öffentliche Provokation’, warnt Rhein.
Die Polizei erwägt sogar mal wieder, sogenannte Risikospiele abzsuagen, wenn zeitgleich Demos o.ä. stattfinden. Und Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann will ein Beförderungsverbot für Fans, die als Gewalttäter aufgefallen sind. Fallen wir also künftig munter radelnd in Dresden ein?

Die Hetze der Medien hat gerade erst angefangen. Und die Beispiele zeigen: Es wird immer schlimmer – nicht in den Kurven, sondern in den Redaktionen. Die Sensationslust herrscht selbst bei den sogenannten renommierten Medien vor. Wie in jeder Saison dürfen wir uns auf hetzerische, verleumdende und schlecht recherchierte Berichte freuen. Vermutlich wird auch das ZDF Sportstudio wieder mit peinlichen Höhepunkten glänzen. Natürlich gehören Gewalt und unkontrolliert abgebrannte Pyro nicht in die Kurve, zum Hin- oder Rückweg zum Spiel. Sie sollen auch keineswegs banalisiert oder gar gerechtfertigt werden, denn das wäre falsch. Wir wünschen uns nur mal etwas differenziertere Berichterstattung.

Und was sagst du dazu?