Eintracht-Graffiti am Gleisdreieck übermalt

Der Ärger geht weiter. Das Graffiti am Gleisdreieck, das in stundenlanger Arbeit an die Unterführung gesprüht wurde, ist in der Nacht übermalt worden. Unbekannte haben den Schriftzug “Wahnsinn? Das ist Halle!” über das Bild unserer Meistertruppe gepinselt – gerade rechtzeitig zum neuen Verhaltenskodex für, den die Eintracht in diesen Tagen veröffentlichte. Am Tag darauf probierten die Frankfurter Ultras in mühevoller Kleinarbeit, das Geschmiere zu übersprühen.

Der Schriftzug, den vermutlich Halle-Fans an die Wand gemalt haben, ist ein Zitat aus dem Film “300″ und damit wahrscheinlich eine Antwort auf das Bild der Ultras Frankfurt, die auf ihrer Webseite mit einem Bild aus dem Film “300″ und dem Spruch “300 + x. Alle nach Halle mit oder ohne Karte” dazu aufrufen, zahlreich zum Pokalspiel nach Halle zu reisen. Der Eintracht stehen dort nur 300 Gästekarten zur Verfügung.

Graffiti und Verhaltenkodex – und jetzt?

Schlechter könnte der Zeitpunkt des gecrossten Graffitis nicht sein. Erst am Vortag veröffentlichte der Verein Eintracht Frankfurt zehn Regeln, an denen sich die SGE-Fans künftig halten sollen. Mit dem Kodex will der Verein dem “negativen Trend” beim Verhalten der Fans entgegen treten, wie es heißt. Auf Deutsch: Die Eintracht will Gewalt jeglicher Art im und außerhalb des Stadions verhindern, sonst drohen massive Strafen.

Drohen Racheakte?

Es ist nicht schwer, vorauszusehen, dass das gecrosste Graffiti nicht ohne Folgen bleiben wird. Übermalte Bilder, die durchaus nicht unüblich sind, werden schon in der “normalen” Graffiti-Szene oftmals brutal bestraft. Am Gleisdreieck kommen andere Dimensionen dazu, es geht nicht nur um den eigenen Verein, sondern um die eigene Gruppierung und deren Ehre. Deswegen ist es auch äußerst unwahrscheinlich, dass die Jungs aus unseren Reihen die Finger still halten werden. Im Internet jedenfalls grassieren schon wüste Beschimpfungen und Aufforderungen. Das ist verständlich. Man ist getroffen. Man ist enttäuscht vom fehlenden Respekt.

Die Aktion war vorauszusehen. Nur die Richtung, aus der sie erfolgen würde, war offen. Und seien wir ehrlich: Wenn bei unseren Freunden von Offenbach, Mainz & Co. ein ähnliches Graffiti auftauchen würde, das durch die Medien geht, auf das die gesamte Fanszene stolz ist – wie schnell wäre das mit dem Adler übermalt gewesen?

Missbrauch des Kodex durch Dritte zu einfach

Aber hier offenbart sich ein weiterer Schwachpunkt von Kodex und Strafenkatalog: Die Täter, die die Eintracht jagen will, müssen keine Eintrachtfans sein. Es können “nur” Schläger, Hooligans oder sogar Fans anderer Vereine sein. Das war auch möglich, aber nun wird die Gruppe dafür stärker bestraft. Spinnen wir den Gedanken weiter: Das Graffiti am Gleisdreieck am Waldstadion könnte von eigenen Hooligans übermalt worden sein, die sich sowieso nicht um die Eintracht scheren und nur auf Stress aus sind. Die Strafen vom Verein können ihnen später auch egal sein, solange sie nicht persönlich erwischt und haftbar gemacht werden. Am Ende leiden alle außer ihnen.

Geben wir den Medien nicht die befürchtete Chaos-Saison.




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