Orange Ultras Frankfurt Bordeaux

Orange Kaos – Wie eine Farbe die Fans spaltet

Zum Europacupspiel in Bordeaux rufen die Ultras Frankfurt auf, geschlossen in Orange zu kommen – und verursachen

eine Diskussion, die schlimme Züge annimmt.

Eine Farbe spaltet derzeit die Fans der Frankfurter Eintracht. Orange. Es ist die Farbe der Ultras von Apoel Nikosia, die den Frankfurtern eine orangene Hölle bereiten wollten. Der Ausflug nach Zypern wurde für die Frankfurter nahezu paradiesisch, die Eintracht gewann locker mit 3-0. Danach riefen die Ultras Frankfurt ihrerseits dazu auf, eine Mottofahrt nach Bordeaux zu machen. „Nachdem wir nun der ‘orangenen Hölle’ in Nikosia entkommen sind, wollen wir jetzt Europa zeigen, was orangenes Kaos auf Frankfurter Art ist“, heißt es auf der Webseite der UF97. Arbeitstitel: Orange Kaos in Bordeaux. Dazu muss man wissen: Orange-Fahrten gab es bei der Eintracht immer mal wieder ab und zu, ob in Mannheim, gegen Köln oder als „Orang Ultras“ in Stuttgart.

Orange-Gegner befürchten geplantes Chaos

Nun also wieder in Orange, diesmal in

Bordeaux. Bei vielen Fans stößt die Idee aber auf Ablehnung. Sie argumentieren, dass die Vereinsfarben Schwarz, Weiß und Rot seien und Orange da nichts zu suchen hätte. An diesem einen Abend für 90 Minuten Orange zu tragen, dürfte doch nicht zuviel verlangt sein für eine einmalige Auswärtsfahrt (schließlich fahren um die 10.000 Adler mit nach Südfrankreich) mit einem möglichst geschlossenen Erscheinungsbild, sagen die Befürworter. Keine Frage, 10.000 laute Eintrachtler in Orange würden nicht nur uns allen lange in Erinnerung bleiben. Andere Gegner befürchten mit der Farbwahl eine geplante Chaos-Fahrt mit haufenweise Pyro, Rauch und Böllern. Sie haben den Ausflug nach Karlsruhe vor Augen, wo ein Meer an Rauch und Bengalos in einem orangenen Block gezündet wurde. Wer will ihnen diese Befürchtungen verdenken?

Niedergemacht, weil sie eine eigene Meinung haben

Während die einen im Orange die Legitimation für Ärger und die Abkehr von der Farbtradition der Eintracht sehen und sogar soweit gehen, in Gegenaufrufen die Fans noch mehr zu spalten, beschimpfen andere die Verfechter der Traditionsfarben in einer Art und Weise, die an die Inqusition erinnert. Weil diese Fans für sich entschieden haben, kein Orange zu tragen. Weil sie die Zeit auf sich nehmen und das Geld ausgeben, um unter der Woche nach Bordeaux zu reisen und die Eintracht dort so anzufeuern, wie sie es möchten und für richtig halten. Sie werden fertig gemacht, weil sie für sich selbst denken, weil sie eine Meinung haben. Wenn jeder nicht mehr machen kann, was er möchte – wohlgemerkt geht es allen darum, ihren Verein Eintracht Frankfurt zu unterstützen – ist das eine Schande.

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Vielleicht wäre Orange Kaos in Tel Aviv bei knapp 1500 Adlern einfacher und mit weniger Widerstand und Ausuferungen umzusetzen gewesen, vielleicht auch nicht. Das ändert nichts daran, dass wir alle nach Bordeaux fahren, um unseren Verein zu unterstützen, gemeinsam als Eintrachtfans. Und wer Lust hat, in Orange.

Fährst du in Orange?

(Dies ist ein Kommentar und nicht repräsentativ für die Redaktion von eintrachtpower.de. Der Autor fährt übrigens in Orange. Bild: uf97.de)

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