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Legenden der Eintracht: Anthony Yeboah

„Frankfurt ist der stärkste Klub, ich bin der beste StĂĽrmer der Bundesliga – das passt gut.“ Es war eine treffende Analyse, damals im Jahr 1992, auch wenn sie nur fĂĽr Anthony Yeboah und nicht fĂĽr den Verein von Erfolg gekrönt war. Die Eintracht verpasste die Meisterschaft um Haaresbreite, doch Tony wurde 1993 und 1994 mit 20 und 18 Treffern TorschĂĽtzenkönig.

Tony Yeboah, Kraftpaket, Schrecken der Strafräume, Publikumsliebling. Seine 68 Tore in 123 Spielen hatten seit dem Wechsel von Saarbrücken 1990 maßgeblichen Anteil am Erfolg der Eintracht. Tony und die SGE, das passte einfach, in allen Bereichen. Bis Jupp Heynckes kam. Der einstige Eintracht-Trainer suspendierte die Leistungsträger und Publikumslieblinge Jay-Jay Okocha, Maurizio Gaudino und Anthony Yeboah.
Für die Eintracht war es der Beginn des sportlichen Abstiegs und Yeboah ging 1995 zu Leeds United auf die Insel. Nicht überraschend, dass er auch dort zum Publikumsliebling wurde: Er traf 13 Mal in 16 Spielen, wurde in der darauffolgenden Saison zum Spieler des Jahres gewählt. 1997 wechselte er zurück nach Deutschland, doch anstatt die alte Liebe zu verstärken, ging er zum HSV, mit dem er sogar nochmal Champions League spielen durfte. 2001 bis 2002 dann der fußballerische Lebensabend in Katar.

Bein aufsägen und Jahresringe zählen

Ein Rätsel um den charismatischen Stürmerstar konnte erst nach lange dem Ende seiner Profikarriere geklärt werden: sein Alter. Viel wurde spekuliert, und Ghanas einstiger Nationaltrainer Otto Pfister schlug vor: „Da hilft nur eins: Bein aufsägen und Jahresringe zählen.“ Im Jahr 2012 gab Tony dann zu, dass er erst 1966 und nicht, wie zuvor angegeben, 1964 geboren wurde. Mit der kleinen Lüge wollte er sich offenbar schon als 17-Jähriger einen Platz in Ghanas Nationalelf sichern. In Frankfurt liebten die Fans ihn so sehr, dass sie den Fanclub „Zeugen Yeboahs“ gründeten. Tony setzte sich immer wieder gegen Ausländerfeindlichkeit und Rassimus ein.

Geschäftsmann und Golfspieler

Mittlerweile lebt Tony in Ghanas Hauptstadt Accra und ist Geschäftsmann geworden. Dort und in seiner Geburtsstadt Kumasi betreibt er jeweils ein Hotel und ist Präsident eines Zweitligavereins. Auf dem Rasen mit Bällen spielen ist aus seinem Leben nicht wegzudenken. Den Fußball hat er allerdings gegen den Golfball ausgetauscht. Zwei bis drei Mal die Woche geht Yeboah auf den Golfplatz. Das Training hat sich ausgezahlt, der einstige Topstürmer hat ein Handicap von 9. Erst vor wenigen Monaten weilte Tony in Frankfurt. Er kam zur Eröffnung der „Säulen der Eintracht“ und verriet, was er an Deutschland am meisten vermisse: Frankfurter Würstchen.

Tonys berĂĽhmtestes Zitat:

„Soll ich ein Lagerfeuer im Wohnzimmer machen? Ich fühle mich wohl so, ich verstelle mich nicht.“

(Antwort auf die Feststellung eines Journalisten, dass er mit Leistungsgedanke, Reihenhaus und BMW wie ein deutscher MusterbĂĽrger wirke.)

(Bild: eintrachtpower. Das T-Shirt war vom Fanhouse FFM und ist leider ausverkauft)

Wie erinnert ihr euch an Tony? War er der beste StĂĽrmer, den die Eintracht je hatte?