Armin Veh (Bild: Eintracht-Online.Net)

Trainer gesucht: 8 mögliche Nachfolger von Armin Veh

Armin Veh geht also. Zum Saisonende verlässt er die Frankfurter Eintracht. Das ist schade, aber nicht zu ändern. Nun braucht die SGE einen Trainer, der Vehs Werk fortsetzt. Doch die Liste der vielversprechenden Kandidaten ist kurz. 

Es ist der 1. Juli 2011, als Armin Veh eine Frankfurter Mannschaft übernimmt, die nach einer beispiellosen Rückrunde in die zweite Liga abgestiegen ist. Eine Mannschaft, die gerade Stammspieler wie Patrick Ochs und Marco Russ verloren hat. Eine Mannschaft, die unter den Trainern Michael Skibbe und Christoph Daum einen ideenlosen Fußball gespielt hat. Eine Mannschaft, der keine Alternative zum Erfolgsrezept Gekas eingefallen ist, nachdem das keine Wirkung mehr erzielt hatte.

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Nun, fast drei Jahre später, spielt in Frankfurt eine andere Mannschaft. Eine, die den direkten Wiederaufstieg gepackt hat und die erste Liga mit furiosem Offensiv-Fußball überraschte. Eine Mannschaft, die sich so in der Aufstiegssaison für die Europa League qualifizierte. Eine Mannschaft, die auch international mit sieben Siegen in zehn Spielen die Fans begeisterte. Eine Mannschaft, die selbst im Abstiegskampf an ihre Spielidee glaubt und zur Not auch dreckige Siege gegen direkte Konkurrenten einfährt. Das Spiel gegen Stuttgart hat dies gezeigt.

Diese Eintracht ist Vehs Werk

Zu verdanken hat die Eintracht das in erster Linie Armin Veh. Er hat das Frankfurter Spiel neu ausgerichtet und der Mannschaft eine mutige, freche und oftmals beeindruckende Spielweise verpasst. Daneben hat er über eine lange Zeit hinweg das Optimum aus den Spielern herausgeholt. Für dieses Werk verdient Veh großen Respekt. Vehs Beschluss, den eingeschlagenen Weg mit der Eintracht zum Saisonende zu verlassen, ist deshalb umso bedauerlicher.

Die Verantwortlichen bei der Eintracht müssen nun zur neuen Spielzeit einen Trainer finden, der Vehs Werk fortsetzen kann. Dabei muss es kein Trainer sein, der Vehs Weg fortsetzt. Doch es sollte ein Trainer sein, der eine eigene Philosophie und Spielidee mitbringt – und in der Lage ist, diese der Mannschaft zu vermitteln. Das ist eine Herausforderung für die Frankfurter, denn die Liste der Kandidaten ist kurz.

Eintracht-Trainer Markus Babbel – das klingt falsch

Als aussichtsreichsten Kandidaten handelt der kicker derzeit Markus Babbel. Er wurde bereits beim Training gesichtet. Was für ihn spricht: In Stuttgart war Babbel Co-Trainer unter Veh und beerbte ihn schließlich auf dem Chefposten. Er kennt Vehs Spielweise also und weiß, was eine von Veh trainierte Mannschaft kann. Auf seinen letzten Stationen als Trainer blieb Babbel allerdings blass. In Hoffenheim wurde er 2012/2013 nach 12 Punkten aus 15 Spielen entlassen. Seitdem ist er arbeitslos. Ob Babbel der richtige für Frankfurt ist? Nein, es fühlt sich nicht so an.

Slomka und Weinzierl kennen sich aus mit beschränkten Möglichkeiten

Deutlich besser wären zwei Trainer, die derzeit leider bei anderen Vereinen unter Vertrag stehen: Mirko Slomka und Markus Weinzierl. Denn beide haben etwas mit Veh gemeinsam: Sie haben aus beschränkten Möglichkeiten (in Hannover und Augsburg) das Optimum herausgeholt. Zwar war bei Slomka und Hannover zuletzt die Luft raus, doch zuvor hat er die Niedersachsen zwei Mal in Folge in die Europa League geführt – ein beachtlicher Erfolg.

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Weinzierl hat aus dem vermeintlich sicheren Abstiegskandidaten Augsburg eine Mannschaft geformt, die dank unbekümmertem und attraktivem Fußball im gesicherten Mittelfeld der Bundesliga steht. Dass sie technisch beschränkt sind, scheinen die Augsburger Spieler gar nicht zu wissen. Sie rennen und kämpfen trotzdem um jeden Ball und weisen so auch deutlich stärkere Gegner in die Schranken. Slomka und Weinzierl wären deshalb wünschenswerte Eintracht-Trainer. Doch leider ist ein Engagement derzeit bei beiden unwahrscheinlich. Bloß bei einem Abstieg wäre Slomka beim Hamburger SV nicht mehr zu halten und stünde zur Verfügung.

Alexander Schur als interessante Alternative

Derzeit arbeitslos und deshalb leichter zu haben sind neben Babbel noch Bruno Labbadia, Michael Oenning und Thorsten Fink. Doch gerade Labbadia und Oenning würden nicht zur Eintracht passen. Insbesondere Labbadia hat es bislang verpasst, aus guten Mannschaften (Leverkusen, Hamburg, Stuttgart) etwas Besonderes herauszuholen. Fink ist das immerhin beim FC Basel gelungen, wo er zwei Mal Meister wurde. Beim HSV hat er es jedoch nicht geschafft, aus Individualisten eine Mannschaft zu formen. Auch wenn Fink letztendlich vor allem ein Opfer der überzogenen Erwartungshaltung in der Hansestadt war.

Eine kostengünstige und interessante Alternative wäre Eintracht-Idol Alexander Schur. Der trainiert derzeit die zweite Mannschaft (Platz 9 in der Regionalliga Südwest). Schur kennt die Eintracht und das Umfeld, bei den Fans genießt er Kult-Status. Das dürfte vor allem Heribert Bruchhagen gefallen, der Kontinuität auf dem Trainerposten bekanntermaßen schätzt. Da es für Kontinuität auch den Rückhalt der Fans braucht, wäre Schur für Bruchhagen ein Glücksgriff. Zwar fehlt es Schur an Erfahrung im Profibereich, doch die braucht es nicht zwingend – was ein Blick zu den Nachbarn nach Mainz beweist. Außerdem kennt Schur die Talente der Eintracht. Ihm ist es zuzutrauen, die größten Talente der Eintracht-Akademie erfolgreich in die erste Mannschaft zu integrieren.

Hübner schätzt auch Runjaic

Für eine gute Zusammenarbeit zwischen Trainer und Sportdirektor Bruno Hübner wäre auch Kosta Runjaic ein vielversprechender Kandidat. Der Frankfurter Rundschau sagte Hübner, der Runjaic beim SV Wehen Wiesbaden kennen und schätzen lernte, einst: „Er [Runjaic] will sich immer weiterbilden, er ist rhetorisch begabt und hat eine soziale Komponente, er sieht auch die Lebensumstände der Spieler. Er ist der optimale Trainer. Er hat das Zeug für Liga eins und zwei.“ Aktuell trainiert Runjaic den 1. FC. Kaiserslautern, für den die aktuelle Saison enttäuschend verläuft. Als Aufstiegskandidat gestartet, stehen die roten Teufel nach 23 Spieltagen nur auf Rang 7. Der Rückstand auf den Relegationsplatz beträgt bereits fünf Punkte. Ob Runjaic also das Format für einen Verein wie Eintracht Frankfurt hat, darf bezweifelt werden.

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Doch wen auch immer die Eintracht-Verantwortlichen verpflichten: Leicht wird es für Vehs Nachfolger nicht, zu groß sind dessen Verdienste. Umso wichtiger ist es deshalb, dass der neue Trainer vom ersten Tag an vom gesamten Umfeld die uneingeschränkte Unterstützung erfährt. Schließlich hätte auch bei Veh am 1. Juli 2011 kaum einer gedacht, dass er innerhalb kürzester Zeit aus einem mutlosen Absteiger einen begeisternden Europa-League-Teilnehmer formen kann. (Bild: eintracht-online.net)

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